Unterrichtliches Konzept
Begegnung mit einem Lebewesen
Das Reiten/Voltigieren unterscheidet sich von allen anderen Sportarten durch die Begegnung mit einem Lebewesen als Partner. Der Umgang mit dem Pferd erfordert ein großes Maß an Verantwortung und Sorgfalt, er beschert jedoch dem Menschen auch eine Fülle von Erlebnissen und Freuden, die es in keinem anderen Bildungsbereich gibt.
Grunderfahrungen mit und um das Pferd
·Beobachten der Verhaltensmuster der Pferde in einer Herde auf der Weide.
·Erwerb der Grundlagen für einen artgerechten Umgang mit dem Pferd, Einstellen des eigenen Verhaltens auf die Pferde in den unterschiedlichsten Situationen.
·Führen eines Pferdes /Pflege /Säubern der Boxen/Offenstall
·Erwerb von Grundkenntnissen in der Fütterung.
·Erfahren der typischen Bewegungen des Pferdes ohne Sattel.
Voltigieren:
·Einfache Übungen im Schritt
·Gewöhnen an die Schwingungen des Pferderückens
·Einfühlen in den Eigenrhythmus des Pferdes
·Erwerb der Selbstwahrnehmung bei zusätzlichen Gymnastikübungen auf dem Pferd
·Steigerung der Konzentration und der Koordination durch Erlernen von Partnerübungen zu zweit oder zu dritt.
Reiten:
·Sitzgrundlagen und Stabilisierung des Sitzes an der Longe
·Erwerb der Elastizität des gesamten Körpers und Beweglichkeit des Beckens.
·Steigerung der Anpassungsfähigkeit in den drei Grundgangarten Schritt/Trab/Galopp
·Erfahrungen der Funktion der Hilfengebung, um Übergänge in den Gangarten bewältigen zu können.
·Einfache Einzelaufgaben
·Förderung der selbständigen Einwirkung auf das Pferd
·Überwinden von kleinen Hindernissen
·Eroberung neuer Räume der näheren Umgebung und kleine Ausritte in der Nähe der Reitanlage.
Zielsetzung,
pädagogische Begründung
Die Beziehung des Schülers zum Pferd
In der Alltagswelt finden Schüler kaum noch das ehemalige Nutztier Pferd.
Wenn Kinder und Jugendliche Pferde in ihrer natürlichen Umgebung sehen, sind sie von ihnen fasziniert. Der Schulsport mit dem Pferd kann jungen Menschen in der heute Computer und Medien gestalteten Zeit eine ihnen nicht mehr bekannte Erlebniswelt erschließen helfen.
Pferdegerechter Umgang
Die Schüler erwerben grundlegende Kenntnisse der Pferdehaltung, des Artverhaltens und erfahren neue Bewegungsmöglichkeiten auf dem Pferd.
Die richtigen Bewegungen des Schülers sollen als Sprache verstanden werden, die einen Dialog mit dem Pferd führen. Es geht um das bewusste Agieren des Schülers und das Reagieren des Pferdes.
Das Pferd als Bewegungserzieher
Die Bewegungen auf dem Pferderücken sind einzigartig im Bewegungsleben des Menschen und beeinflussen ihn umfassend. Damit wird das Gleichgewicht geschult, Rhytmusfähigkeit entwickelt und das Zusammenspiel aller Muskeln des Schülers in hohem Maße gefördert.
Der Umgang mit dem Lebewesen entwickelt die Sinne des Schülers (Geruchs-/Tast-/Gehör-/Bewegungs- und Gleichgewichtssinn).
Diese vielfältigen Anforderungen können andere Schulsportarten nicht bieten.
Soziales Verhalten
Über die Pflege lernen die Schüler das Artverhalten des Pferdes kennen und übernehmen Verantwortung für sein Wohlbefinden. Durch den Umgang miteinander wird der Schüler empfindsam für das Wesen und das Verhalten des Pferdes, das es ihm mit den gewünschten Reaktionen dankt.
Das Pferd fordert und fördert die Selbstorganisation
Die neuen Erfahrungen mit und auf dem Pferd können gerade für sportlich weniger erfolgreiche Schüler zu einer Steigerung des Selbstbewusstseins führen. Auf dem Pferd geht es nicht vorrangig um das sich messen mit anderen Schülern sondern z.B. das Halten der Balance und den Erwerb von Inhalten des Leistungssports werden als Leistung empfunden, die sie sich sonst nicht zutrauen würden. Empfinden von Wärme, Gleichgewicht, Rhythmus und Schwung führen zum sich Wohlfühlen und zur emotionalen Sicherheit des Schülers.
Letztendlich fördert das Pferd die gesundheitliche Entwicklung des Menschen, was ihnen auch jeder Reiter jeder Altersklasse bestätigen kann.
Wer einmal auf einem Pferd sich hat bewegen lassen, weiß wie gut dabei alle Muskeln bewegt und gelockert werden.